Bist du glücklich?

10. Mai 2016 um 21:42 Uhr (Persönliches) ~ Drucken Drucken

2016-05-10 Bluete

Bis vor einiger Zeit hätte ich auf diese Frage nicht mit „Ja“ antworten können. Dabei habe ich die besten Voraussetzungen, um glücklich zu sein: Ich habe eine gute Arbeitsstelle, einen wundervollen Ehemann und bin gesund.

Jedoch konnte ich es nicht. In vielen Blogs und auf Facebook wird das Thema „Glücklich sein“ aufgegriffen, es gibt Tipps, wie man glücklicher wird, und Berichte von anderen, warum sie glücklich sind. Ich habe immer wieder darüber gelesen und mich gefragt, wie ich auch glücklich sein kann. Wenn ich so zurück denke, war ich oft schlecht drauf. Das Leben hatte zwar ein paar fiese Erlebnisse für mich: der frühe Tod meines Vaters, als ich erst 15 Jahre alt war, die erste Trennung von meiner damals großen Liebe mit 21 und dann nochmal mit 25, und jedes Mal ist für mich eine Welt zusammen gebrochen. Doch das Leben war auch gut zu mir, ich hatte eine schöne Kindheit, ich war nie schwer krank, ich hatte viel Glück mit meinem Job und bin nun bei einer Firma angestellt, bei der ich mich wohl fühle und wo ich so akzeptiert werde, wie ich bin, ich habe ein paar gute Freundschaften, durch das Alleineleben hat sich meinen Persönlichkeit zum Positiven entwickelt und schließlich fand ich meinen Schatz, der mein Leben ganz besonders bereichert.

Mittlerweile kann ich nun tatsächlich auch sagen „Ja, ich bin glücklich“. Doch was hat sich geändert? Ganz einfach: meine Einstellung. Angefangen hat es mit diesem Blog, dass ich nur noch schöne Sachen in meinen Rückblicken aufschreiben wollte, so dass ich mich später nur noch an das Schöne und nicht an das Negative erinnere. Zum letzten Jahres-/Hochzeitstag habe ich meinem Mann eine Box geschenkt, die mit vielen kleinen Zettelchen befüllt war, auf denen ich während des vorangegangenen Jahres immer wieder Dinge aufgeschrieben habe, für die ich ihm dankbar war – auch ganz banale Dinge, wie z.B. der Tatsache, dass er die Kaninchen geputzt hat ^^ Und schließlich schreibe ich ja seit ich mein Smartphone besitze täglich in mein Grid Diary-Tagebuch, wo ich auch eine Kachel habe „Was war heute schön?“ und wo man täglich über einen Smiley angibt, ob man gut oder schlecht drauf war. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich erstaunlicherweise ziemlich häufig den glücklichen Smiley antippe, obwohl ich mich bislang selber eigentlich eher als pessimistisch und „häufiger mal schlecht drauf“ gesehen habe.

2016-05-10 Vogel

Ich kann nicht genau sagen, wieso ich mittlerweile einfach besser drauf bin. Es ist auf jeden Fall hilfreich, sich das alltägliche Glück vor Augen zu führen, natürlich hat jetzt der Frühling und die Sonne einen sehr positiven Einfluss darauf. Ich denke aber auch, dass die Ausflüge, die ich letztes Jahr mit meinem Mann zum Klettern oder in den Wald unternommen habe, oder einfach nur ein Spaziergang am Wochenende, ihren Teil dazu beitragen, ebenso die Zeit, die ich in meinem Garten beim Pflanzen verbringe. Ich bin echt froh darüber, dass ich vor zwei Jahren meine Arbeitszeit reduziert habe, um einfach mehr Zeit für mich zu haben. Dieser Schritt ist mir damals nicht leicht gefallen, aber ich kann ihn nur jedem empfehlen, wenn es möglich ist. Ich habe meinen ToDo-Listen-Wahn reduziert und versuche, die Zeit, die ich am Rechner vergammel, zu reduzieren. Mir hat es auch ziemlich geholfen, zu wissen, dass ich Hochsensibel bin, da ich mit diesem Wesenszug nicht immer in die Norm passe und ich daher dachte, dass ich seltsam bin. Nun weiß ich, dass ich ganz normal bin 😉

Das heißt jetzt natürlich nicht, dass ich den ganzen Tag wie ein Honigkuchenpferd vor mich hinstrahle und glücklich bin. Natürlich habe ich auch Tage, an denen ich auf der Couch herumhänge, und zu nichts zu gebrauchen bin, aber es sind weniger geworden. Ich freue mich einfach darüber, dass ich überhaupt in der Lage bin zu sagen, dass ich in diesem einen Moment glücklich bin, was ich zuvor nicht konnte.

Ich denke nicht, dass es das jetzt war, der Schalter nun umgelegt und ich für den Rest meines Lebens glücklich bin. Ich bin sicher, dass ich immer wieder daran arbeiten muss, und dass auch wieder Zeiten kommen, in denen es mir nicht gut gehen wird. Aber ich hoffe, dass ich mich dann daran erinnern werde und ich auch dann wieder glücklicher werde. Ein gutes Vorbild für mich ist meine Freundin. Das Leben legt ihr in regelmäßigen Abständen Steine in den Weg, doch sie ist einfach eine Frohnatur und versucht das Leben zu nehmen, wie es ist, und das beste daraus zu machen. Dafür bewundere ich sie!

Happiness is not a destination
It is a way of life

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Kommentare

  1. thiara.de ~ Lieblings-Posts sagte:

    […] Bist du Glücklich? Einer meiner Posts für die ich mir mehr Gedanken gemacht hab und den ich sehr gelungen finde. […]

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