Die Trauung

10. Dezember 2014 um 14:20 Uhr (Hochzeit) ~ Drucken Drucken

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Nach einem Jahr Vorbereitung war es Anfang Juli endlich so weit: unser Hochzeitstag stand bevor. Am Tag zuvor hatte ich noch meinen Smartie geputzt und gewienert und so stand er bereit, um mich Mittags zum Frisör zu bringen. Dort wurde ich geschminkt und frisiert und war pünktlich wieder zurück, um das Auto zu dekorieren und mich umzuziehen. Der Bräutigam hatte Hilfe von seiner Trauzeugin, um seine Frisur zu machen, und so musste sie mir auch kurz beim Kleid helfen.

2014-12-10 Brautpaar

Kurz vor der Trauung fuhren wir zum Standesamt. Wenn wir danach nicht weiter ins Restaurant gefahren wären, wär ich rüber gelaufen, da wir nur einen Katzensprung weit weg wohnen. Aber so stand das Auto eben für die Feier danach bereit. Unsere Familien und Trauzeuginnen versammelten sich vor dem Standesamt, während wir rein gingen, um noch kurz die Trauung durchzusprechen.

Schließlich war es so weit und wir gingen alle gemeinsam in den kleinen Raum. Der Standesbeamte hielt eine nette Rede und stelle schließlich die Frage. Natürlich sagten wir beide „Ja“ ;) und tauschten die Ringe.

2014-12-10 Kuss

Alle gratulierten uns und wir erhielten ein Buch als Geschenk von der Stadt. Wir durften nicht gleich raus, sondern mussten noch kurz warten. Als alles bereit war und wir aus dem Rathaus gingen, sahen wir den Grund fürs Warten: ein großes Herz auf einem Laken und zwei Nagelscheren. Mit den kleinen Scheren mussten wir uns dann erst durch das Herz schneiden (Ich war schneller! :D) und hindurchsteigen.

2014-12-10 Herz

Meine frischgebackene Schwägerin köpfte die Sektflasche und alle bekamen Gläser zum Anstoßen. Die Zeit wurde außerdem noch dafür genutzt, Fotos in allen möglichen Kombinationen zu machen: Brautpaar mit Eltern, mit Geschwistern, mit Trauzeuginnen, mit Großeltern, allein, … Schließlich mussten wir aber los, da noch etwa eine Stunde Autofahrt vor uns lag. Unsere Gäste wurden auf die Autos verteilt, jedes Auto bekam noch ein Schleifchen und so versuchten wir als Konvoi bis auf die schwäbische Alb zu fahren. Das Unterfangen war nicht ganz einfach, wir wurden teilweise getrennt, fanden aber wieder zusammen. Am Ende kamen alle wohlbehalten beim Restaurant an.

Die Suche nach einem Restaurant, in dem ich vegan essen kann, es aber auch Gerichte für die ältere Generation gibt, war gar nicht so einfach gewesen. Bei einem Restaurant im Nachbarort bekam ich doch tatsächlich gekochtes Gemüse und Reis ohne Soße als Essen vorgesetzt und das, obwohl ich mich davor extra angemeldet und nachgefragt hatte, ob ein veganes Gericht möglich sei. Über eine Hochzeitsmesse fanden wir dann das Restaurant für das wir uns am Ende entschieden hatten. Beim Probeessen fühlten wir uns sehr gut aufgehoben, wurden gleich mit Namen begrüßt und das Essen ging sogar aufs Haus. Es gefiel mir auch gut, dass die Gegend so schön ländlich ist.

2014-12-10 Blumen

Ein bisschen Deko musste auch sein und so hatten wir ein lokales Blumengeschäft damit beauftragt. Da wir aber nicht nur wegen der Deko eine Stunde hinfahren wollten, kommunizierten wir ausschließlich über Telefon und E-Mail, was sich nicht so einfach gestaltete, da die Dame nicht sehr internetaffin war. Ich schickte ihr Bilder von Gestecken, die mir gefielen und schrieb, was mir wichtig war. Das Ergebnis konnte sich allerdings sehen lassen – ich war sehr zufrieden mit den kleinen Sträußen.

Weniger zufrieden war ich leider mit dem Essen. Beim Probeessen wurde mir angekündigt, dass ich am Abend aus drei Gerichten aussuchen könne. Als wir ankamen, bekam jeder eine Speisekarte, nur ich wurde mit meinem Sonderwunsch nicht bedacht. (Ich war die Braut! Wie kann man mich da einfach so vergessen?) Auf Nachfrage hatte ich dann die Wahl zwischen Salat, einem Gemüsestrudel (den ich bereits beim Probeessen gegessen hatte) und etwas Unspektakulärem, an das ich mich nicht mal mehr erinnern kann. Ich hatte ja damit gerechnet, dass ich zwischen drei richtigen Gerichten wählen könnte, ohne wieder Strudel angeboten zu bekommen – Salat ist für mich kein richtiges Gericht für eine Hochzeit. Ich entschied mich dann doch für den Strudel, da er zuvor ja lecker gewesen war. Was ich vergessen hatte: Beim Probeessen gab es noch Rösties und die waren es, weswegen ich das Gericht zuvor lecker fand, der Gemüsestrudel ansich war nur ok gewesen. Am Abend der Hochzeit gab es zwar auch Rösties, ich wusste aber nicht, dass sie vegan waren und hatte vergessen, dass ich sie bereits zuvor gegessen hatte.

2014-12-10 Essen

Der Gemüsestrudel war also eher enttäuschend. Daher freute ich mich auf den Nachtisch. Da ich keine Lust auf Sorbet hatte, entschied ich mich für den Obstsalat. Was ich dann aber bekam, erinnerte mich eher an einen Obstsalat aus der Dose. Er war in irgendwas Ekeligem eingelegt, wahrscheinlich mit Alkohol, den ich so gar nicht mag. Zuerst bekam ich nur ein kleines Schälchen, das ich probierte, dann aber stehen lies. Die Kellnerin kam erneut und brachte mir ein riesen Glas mit dem gleichen Obstsalat, da das Schälchen nur eine Verwechslung war. Also saß ich da mit einer großen Menge Obstsalat, den ich nicht mochte und hatte keinen Nachtisch … Zumindest waren meine Gäste alle zufrieden mit ihren Gerichten und auch das Obst fand bei ihnen Abnehmer.

Im Ganzen würde ich das Restaurant deswegen nicht empfehlen und ich habe es daher hier auch nicht verlinkt. Aber auch wenn das mit dem Essen nicht ganz so lief, wie ich mir das vorgestellt hatte, war es nicht so schlimm. Denn Essen ist mir nicht ganz so wichtig und die große Feier mit Gerichten, die mir auch sicher schmecken, stand ja noch fürs Wochenende an. Unsere Trauung war ansonsten reibungslos verlaufen, die Sonne hatte sich gezeigt (was im Juli dieses Jahres nicht so selbstverständlich war) und so waren wir am Abend sehr zufreiden mit unserem Hochzeitstag!

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Kommentare

  1. thiara.de ~ Unsere Hochzeitsfeier sagte:

    […] wir bereits ein paar Tage zuvor standesamtlich geheiratet hatten, fand unsere große Feier mit Familie und Freunden an einem Samstag statt. Früh morgens […]

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